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Dramatische Unfälle in der Formel 1

17 September 2019

Die Rennen der Formel 1 gehören zu den spektakulärsten Sport-Events auf dem Planeten. Tausende von Fans sind live an der Strecke dabei, wenn die Boliden über den Asphalt rasen, Millionen verfolgen die Veranstaltungen am Fernseher. So mancher Motorsport-Anhänger sorgt sogar für zusätzliche Spannung, indem er über Spinsports Wetten darauf abschließt, wer das Rennen gewinnt. Doch so rasant die Formel 1 auch ist, so gefährlich ist sie auch. In den vergangenen Jahren wurde das Unfallrisiko zwar immer weiter gesenkt, trotzdem kommt es zuweilen noch zu dramatischen Unfällen. Fünf der schlimmsten aus den letzten 25 Jahren haben wir zusammengestellt.

Michael Schumacher, Großbritannien 1999

Als einer der besten Formel-1-Fahrer aller Zeiten ist Michael Schumacher längst in die Geschichte des Rennsports eingegangen. Zwei WM-Titel hatte er schon mit Benetton gewonnen, als er 1996 zu Ferrari wechselte. Doch bei den Italienern wollte sich zunächst kein Erfolg für den Deutschen einstellen. Vier Jahre lang reichte es nicht für die Weltmeisterschaft, wobei der Tiefpunkt im Jahr 1999 erreicht war. Schumacher lieferte sich ein hitziges Duell mit Mika Häkkinen. Dieser führte die Fahrerwertung mit acht Punkten Vorsprung an, als die Formel 1 zum Großen Preis von Großbritannien in Silverstone Station machte. Häkkinen holte sich dort die Pole Position und startete somit vor Schumacher. Dessen Ferrari erlitt schon in der zweiten Runde einen Schaden an der Bremse, der dafür sorgte, dass Schumacher mit 90 Stundenkilometern in einen Reifenstapel krachte. Dabei prallte der Deutsche so hart mit dem Kopf gegen das Cockpit, dass sein Helm anschließend ein Loch hatte. Später berichtete Schumacher, dass er seinen Herzschlag nicht mehr spürte und das Gefühl hatte, dem Tode nahe zu sein. Letztlich brach er sich allerdings „nur“ das rechte Schienbein. Wegen der Verletzung verpasste Schumacher sechs Rennen und damit jede Chance auf die Weltmeisterschaft. Stattdessen gewann er von 2000 bis 2004 den Titel fünf Mal in Folge.

Michael Schumacher im Ferrari Quellen:Ryosuke Yagi

Ralf Schumacher, USA 2004

Schumachers Bruder Ralf war zwischen 1997 und 2007 ebenfalls in der Formel 1 aktiv. Seine beste Saisonplatzierung war dabei der vierte Platz, den er in den Jahren 2001 und 2002 einfuhr. Beim Großen Preis der USA in Indianapolis im Jahr 2004 erlebte Schumacher den wohl dramatischsten Moment seiner Karriere. Am Ende der zehnten Runde verlor er die Kontrolle über seinen BMW und stieß mit einer Geschwindigkeit von über 300 Kilometern pro Stunde gegen eine Betonmauer. Schumacher konnte nicht selbst aus dem Fahrzeug steigen, wurde innerhalb von acht Minuten daraus befreit und sofort in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde festgestellt, dass er sich keine lebensgefährlichen Verletzungen zugezogen hatte, allerdings zwei Wirbel gebrochen waren. Untersuchungen ergaben, dass Schumachers linker Hinterreifen beschädigt war. Außerdem hätte der Aufprall tödlich enden können, wenn er in einem anderen Winkel erfolgt wäre.

Ralf Schumacher im Toyota Quellen:TMWolf

Felipe Massa, Ungarn 2009

Ein gebrochener Stirnknochen, eine Gehirnerschütterung und eine Schnittwunde über dem linken Auge – das war die Bilanz eines Unfalls, den Felipe Massa beim Großen Preis von Ungarn 2009 erlitt. In der Qualifikation zum Rennen war der Ferrari-Pilot Massa mit 220 km/h in einen Reifenstapel gefahren, nachdem ihn zuvor eine Metallfeder am Helm getroffen hatte. Davon war er so irritiert, dass er gleichzeitig auf Gas und Bremse trat und die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Nach der notwendigen Operation wurde Massa in ein künstliches Koma versetzt, aus dem er am Morgen danach wieder aufwachte. Bleibende Schäden erlitt der Brasilianer nicht.

Felipe Massa Quellen:itupictures

Mika Häkkinen, Australien 1995

Vielen deutschen Formel-1-Fans wird Mika Häkkinen wohl als langjähriger Kontrahent von Michael Schumacher in Erinnerung bleiben. Vier Jahre nach seinem Debüt in der höchsten Rennklasse erlitt Häkkinen jedoch einen Unfall, der beinahe tödlich geendet hätte. Beim Qualifying für das letzte Rennen der Saison 1995, den Großen Preis von Australien, platzte einer der Reifen von Häkkinens McLaren-Mercedes, als er über einen Randstein fuhr. Der Bolide krachte mit 175 Stundenkilometer in einen Reifenstapel, und Häkkinen verschluckte aufgrund des Aufpralls seine Zunge. Nur weil der Rennarzt Sid Watkins in weniger als einer Minute am Unfallort war und einen Luftröhrenschnitt durchführte, überlebte der Finne. Bei der anschließenden Untersuchung wurde ein Schädelbasisbruch festgestellt, außerdem konnte Häkkinen wegen einer Muskellähmung für eine Weile seine Augen nicht schließen. Zur Saison 1996 kehrte Häkkinen wieder in die Formel 1 zurück und gewann 1998 und 1999 die Weltmeisterschaft.

Mika Häkkinen mit seinen Kindern Quellen:Patrick Savalle

Heinz-Harald Frentzen, Italien 2000

Als schwärzesten Tag in seiner Karriere bezeichnete Heinz-Harald Frentzen den 10. September 2000. An diesem Tag fand der Große Preis von Italien in Monza statt, und Frentzen startete an achter Stelle ins Rennen. Bereits in der ersten Runde kam es zu einem folgenschweren Unfall: Frentzen und sein Teamkollegen bei Jordan-Mugen, Jarno Trulli, touchierten sich, woraufhin sich der Bolide von Trulli drehte. Er kollidierte mit weiteren Fahrzeugen, insgesamt sieben Autos kamen bei dem Unfall von der Strecke ab. Keiner der beteiligten Fahrer wurde verletzt. Allerdings verlor Frentzen einen Reifen, der den Feuerwehrmann Paolo Ghislimberti tödlich verletzte. Das Rennen wurde fortsetzt, was die Fahrer angesichts des Todesfalls kritisierten. Außerdem erhob Rubens Barrichello schwere Vorwürfe gegen Frentzen, den er als Verursacher des Unfalls ausgemacht hatte. Der Deutsche rechtfertigte sich jedoch damit, dass er bei der Geschwindigkeit von 300 km/h keine Chance hatte, sein Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen zu bringen.

Heinz-Harald Frentzen im Sauber Quellen:Restu20

 

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